Neue Kameras und nutzloses Studium (?)

Neue Kameras und nutzloses Studium (?)

Aye, da ist mein Urlaub auch schon wieder vorbei und Alltag und Arbeit rufen. Tatsächlich wurde ich während des Urlaubs gefragt, wie ich denn zwei Wochen ohne Handy, Rechner und Internet auskomme und ja, die Frage war ernst gemeint.

Falls wer es nicht glauben kann, es war sehr befreiend und sehr angenehm. Dabei stellte ich fest, dass es Menschen gibt, die kein Festnetztelefon (mehr) besitzen, was aber daher kam, dass ein Bekannter mich darauf ansprach, dass ein Interessent nicht weiß, wie er mich erreichen kann, da ich weder auf Facebook, noch auf eMails, oder SMS reagiere, da ich ja Urlaub habe, wie der Interessent ja selbst auf www.facebook.om/rejo.fotografie gelesen hat.
Faszinierend an der ganzen Sache ist, dass Niemand auf die Idee kam, mich auf meiner Festnetznummer anzurufen und mir auf den Anrufbeantworter zu sprechen. Oder kam doch wer auf die Idee, hat es aber nicht getan, weil das altmodisch ist?
Oder gar, dass ich nicht angerufen werden und über die Arbeit sprechen will, weil ich Urlaub habe?
Es ist und bleibt ein Rätsel, Freunde.

Aber bleiben wir bei dem Thema “Altmodisch”! Passend zum Ende meines Urlaubs, brachte mir ein guter Freund eine kleine Pappkiste, mit welcher ich mich aber, trotz des Themas beschäftigte.
Diese kleine Kiste, besaß einen interessanten Inhalt: Kameras und Objektive!
Eine Canon T70 von 1983, mit passenden Canon-Objektiven und Blitz und eine Minolta X700 von 1981, ebenfalls mit passendem Minolta-Zoom. Besonders diese passt bestens zu ihrer Nachfolgerin, der Minolta 7000 AF in meinem Schrank.
Schnell entstaubt, geprüft und mit neuen Batterien versorgt stellt sich heraus, dass die Kameras wohl einwandfrei funktionieren. In der Minolta befand sich sogar noch ein Film. Schnell vollgeknipst und zum entwickeln gebracht bin ich nun wirklich gespannt, was sich darauf befindet.

Traurig macht es mich allerdings, dass etwa die X700, welche das damalige Topmodell von Minolta darstellte, bevor die 7000 AF 1985 vorgestellt wurde, für nicht einmal einhundert Euro bei eBay verhökert werden.
Der Vorteil für mich ist dabei allerdings, dass man so einfach und günstig an Ersatzteile und Co. kommt. Nun habe ich jedenfalls eine wunderbare Gelegenheit, jeweils eine Kamera mit Farbfilm zu laden, während in meiner Zeiss Ikon Icarex 35CS BM ein Ilford FP4 Plus 125 Schwar-Weiß-Film darauf wartet, verschossen zu werden.
Und jedes Mal, während ich daran denke, fällt mir auf, dass ich noch den Keller umbauen muss, damit ich mir dort Dunkelkammer und Labor einrichten kann. Aber alles zu seiner Zeit.
Und jetzt, wo ich an das Entwickeln von Filmen denke, welches ich ebenfalls lernte und beherrsche, wie man weiß, komme ich zum letzten Thema:

Wann ist man eigentlich Fotograf? Ebenfalls vor Kurzem hatte ich eine hitzige Diskussion mit einem Herren, welcher ebenfalls fotografiert, aber dies als Hobby betreibt.
Am Ende der Diskussion stand dann seine Aussage, dass ein abgeschlossenes Studium mich nicht zum Fotografen macht, aber ich dann ja immerhin fähig bin, eine Rechnung korrekt zu schreiben.
Nun frage ich mich Folgendes:  Eine abgeschlossene Ausbildung zum Elektriker macht den jungen Menschen dann nicht zu Demjenigen? Oder ein Magister: Der macht einen Arzt doch beispielsweise zum Doktor, oder nicht? Und ein Diplom macht den Einzelhandelskaufmann doch zum Diplom-Einzelhandelskaufmann. Oder bin ich nun falsch informiert? Na jedenfalls wisst ihr, worauf ich hinaus will.

Ich war jedenfalls froh, dass der gute Mann mich darauf hinwies, dass ich knappe vier Jahre meines Lebens und unmengen an Geld dafür verschwendet habe, zu studieren. Wow. Danke dafür.
Ich habe dann auch fix nachgesehen, ob mein alter Studienausweis denn tatsächlich echt ist und ob meine Studienbescheinigungen, Zeugnisse und Co.nicht tatsächlich gefälscht sind, oder ob ich mir das alles nicht nur ausgedacht habe. Aber nein. Der ganze Kram ist echt! *Ironie aus*

Eines seiner Argumente war dann ja, dass man Kreativität nicht lernen könne. Da stimmte ich ihm voll und ganz zu und freue mich noch jetzt darüber, dass ich meine Kreativität von Anfang an besaß und an der Uni lernte, was ich noch brauche, um mein Handwerk zu beherrschen und ja, auch alles, was ich wissen muss, um eine Rechnung korrekt zu schreiben. Auch danke dafür.

In diesem Sinne wünsche ich euch mal wieder eine wundervolle Woche, meine Freunde.
Lasst euch von Niemandem über eure Arbeit belehren, wenn ihr und vor allem eure Kunden wissen und euch auch sagen, dass ihr gut seid in dem, was ihr tut!

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